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Interview vom 24.06.2010

 

Jefferson Bellaguarda:

Bella, Euer Trainer Alemao ist seit gut einer Woche in der Schweiz und trainiert mit Euch. Was hat sich in dieser kurzen Zeit der Zusammenarbeit bereits getan?

Bella: „Während meiner fünf Jahren Spielpause habe ich mir einige Fehler angewöhnt, die Alemao nun mit mir korrigiert.“

Zum Beispiel?

Bella: „Meist technischer Natur, wie im Anspiel oder der Annahme sowie auch in der Kommunikation innerhalb des Teams. Alemao hilft mir viel. Er ist sehr ehrlich und direkt. Wir sind auf dem richtigen Weg und haben bereits gute Fortschritte gemacht.“

Carlos Galletti:

Alemao, wie siehst Du die Zusammenarbeit mit dem Team Laciga-Bellaguarda? Wie arbeitest Du mit Ihnen?

Alemao: „Wir befinden uns derzeit in der zweiten Phase. Die erste war unsere Zusammenarbeit vor Beginn der Spielsaison während dem Trainingslager in Brasilien.

Jetzt gibt es einige konkrete Dinge an denen wir arbeiten müssen: – das Niveau des Vertrauens des Teams ist angeschlagen - nach zwei Mal 25. Rang und einmal 17. Rang als Ergebnis der drei letzten Welttourniere ist das „normal“, legitim.

Es geht also jetzt darum das Problem zu lösen statt zu viel darüber nachzudenken. ...Wenn Du zu viel denkst, kannst Du nicht durchführen und weniger Leistung erbringen. Also, 'lass das Vergangene sein und konzentriere Dich auf das Ziel'. Das ist es was ich versuche mit Ihnen zu erreichen.

Es gibt immer die Möglichkeit an Details oder technischen Fehlern zu arbeiten, aber das Hauptaugenmerk liegt eindeutig am Enthusiasmus und der Einstellung der Spieler.

Du kamst zwei Tage vor dem letzten Welttournier Prag an. Laciga-Bellaguarda führte dort 14:11 im dritten Satz gegen das Topteam Benjamin-Bruno aus Brasilien und verlor den Match...

Alemao: „Ja, wir hatten eine riesen Chance in Prag. Ich meine 14:11 in Führung! und Laciga-Bellaguarda dominierten das Spiel... wir hätten eigentlich gewinnen müssen.“

Was ist passiert?

Alemao: „Das fehlen an Vertrauen im entscheidenden Augenblick. Statt das Spiel als Sieg mit dem bisherigen Spielstil souverän zu beschliessen, stellte sich plötzlich der Kopf ein und 'es fängt an zu denken'. Der mentale Druck es schaffen zu müssen!

Laciga-Bellaguarda wird dorthin kommen, um diese Ruhe und das Vertrauen in solchen Situationen zu behalten. Das Team hat ein klares Ziel und grosse Absichten. Sie arbeiten beide hart an sich, um ein besseres Ergebnis zu haben.“

Wird nun am Wochenende das Tournier der Coop Beach Tour in Genf als reales Training genutzt?

Alemao: „Ich denke es ist wichtig für Sie das beste Spiel zu finden. Während dem Tournier ihr Spielgefühl und den Rhythmus zu finden, zudem im Angriff zu treffen und die Fehler im Anspiel zu verringern. Der Sieg dieses Tourniers würde die Konsequenz dessen sein.“

 

Martin Laciga:

Martin, Ihr habt letzte Woche vier Mal gemeinsam mit Heyer-Heuscher trainiert.

M. Laciga: „Unser Ziel war die Trainingsleistungen zu steigern. Mit zwei guten Teams ist das besser möglich, auch um während den trainieren am Limit zu arbeiten. Diese Zusammenarbeit war gut.“

Wie ist für Dich die neue Erfahrung so eng mit einem Trainer zu arbeiten?

M. Laciga: „Das ist super. Alemao hat viel Erfahrung. Er bringt uns zudem einen neuen Rhythmus - an den muss ich mich noch gewöhnen. Andererseits müssen wir ihm als Team auch sagen, in welche Richtung es in etwa geht. Also ein gegenseitiges Abtasten. Ein Vorteil ist, dass wir bereits einen Monat in Brasilien zusammen gearbeitet haben. Das beschleunigt nun den Prozess und wir können schneller aufeinander reagieren.“

Hat Alemao also nun „den Wurm“ entdeckt?

M. Laciga: „Es ist schon wesentlich aufwärts gegangen seit er gekommen ist. Unser Spiel ist besser geworden am letzten Tournier in Prag. Wir haben 99% des Match gewonnen. Es fehlt einfach noch „ein Ball“ um gegen ein Topteam zu gewinnen.“

Ihr arbeitet jetzt also an diesem einen Ball?

M. Laciga: „Ja und nein, wir müssen jetzt das Gute herausnehmen aus unserem Spiel. Dies ist natürlich schwieriger, weil wir zuvor viele Matchs verloren haben. Das bedeutet das Gute unserer Spiele zu stabilisieren und zu sagen: 'das behalten wir und an diesen Defiziten arbeiten wir. Es ist jetzt auch eine Geduldsfrage: Das warten auf die nächste Chance und dann zupacken!

Heisst das jetzt, Du gehst anders an das nächste Spiel heran als an das letzte?

M. Laciga: „Nein, wir sollten genau gleich an die Sache rangehen. Geduldig, nicht überhasten, nicht zu viel wollen. Es ist jetzt also zudem eine mentale Angelegenheit.